[Workshop] Kritische Männlichkeit

Die Analyse und Kritik gesellschaftlicher Herrschaft und Ideologien der Ungleichwertigkeit betrifft immer mehrere Ebenen. Die analytische und die praktische Ebene.

In dem Workshop wird es um den Versuch gehen, beides zu verbinden. Ausgehend von der eigenen Involviertheit, geht es um die Chancen und Grenzen von Reflexionsprozessen und Handlungsfähigkeit in der bürgerlich-patriarchalen Gesellschaftsformation.

Der Versuch sich in diesen Verhältnissen möglichst »unsexistisch« zu verhalten, ist immer ein schwieriges Unterfangen und lässt sich eher in Spannungsverhältnissen thematisieren. Wie diese aussehen und »was geht«, wird uns den gesamten Workshop beschäftigen.

Mark Richter ist Mitglied der weltweiten Basisgewerkschaft Industrial Workers of the World und Sozialarbeiter. Er beschäftigt sich seit gut 10 Jahren mit Kritischer Männlichkeit und Geschlechterforschung.

[Textdiskussion] Abseits des Spülbeckens

“Dass die Kritik der gesellschaftlichen Arbeitsteilung unvollständig bleibt, solange sie die vorwiegend Frauen zugewiesene Sphäre der Hausarbeit ausblendet, ist heute so wahr wie in den 1970er Jahren, als Feministinnen der alten Arbeiterbewegung einen blinden Fleck in puncto Geschlechterverhältnis attestierten. Dass es jedoch einen notwendigen Zusammenhang zwischen Kapital- und Geschlechterverhältnis gibt, die jetzige Produktionsweise also auf eine bestimmte geschlechtliche Arbeitsteilung sowie damit einhergehende festgeschriebene Geschlechtercharaktere angewiesen ist und diese zwangsläufig fördert, konnte bis jetzt nicht plausibel argumentiert werden. Trotz erheblicher Diskontinuitäten in der Entwicklung der Geschlechterunterschiede in den letzten dreihundert Jahren kapitalgetriebener Geschichte sehen wir weniger eine Verhärtung der Verhältnisse als vielmehr eine Tendenz zur Nivellierung. Ausgehend von dieser Beobachtung wollen wir uns im Folgenden einige prominente Etappen der Debatte um Kapitalverhältnis und Geschlechterdifferenzen anschauen. Empirische Folie ist dabei die Entwicklung in Deutschland im Besonderen sowie in den westlich-industrialisierten Ländern im Allgemeinen.” leiten die Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft (Kosmoprolet) ihren Text “Abseits des Spülbeckens – Fragmentarisches über Geschlechter und Kapital” ein.

Auf Grundlage des Textes – der in der 4. Ausgabe der Kosmoprolet zu finden ist – wollen wir diskutieren, ob es einen notwendigen Zusammenhang zwischen Geschlechter- und Produktionsverhältnissen gibt und dabei kritisch auf die Ansätze von Roswitha Scholz, Mariarosa Dalla Costa und Sivia Ferdirici eingehen.

Den Text findet ihr hier.

[Vortrag] Naturgeschichte und Verweigerung

Kritische Theorie und Feminismus stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander, das sich am Streit um den Umgang mit der Natur festmachen lässt. Pochen die einen auf die Naturhaftigkeit des Gesellschaftsprozesses und den verletzlichen Leib, weisen die anderen Natur als disziplinierten Körper und Geschlechtskörper scharf zurück. Ist für den Materialismus Natur unverzichtbare kritische Kategorie, ist sie im Feminismus traditionell Gegenstand der Kritik. Wie kann angesichts dieser Konstellation ein materialistischer Feminismus aussehen? Der Vortrag skizziert die Bedeutung des Naturbegriffs in der Gesellschaftskritik (Marx, Adorno) und die Kritik unterdrückender Natur durch die feministische Dekonstruktion (Butler) sowie die feministische Kontroverse darum. Die Beschreibung soll zeigen, dass sich die Spannung zwischen den Positionen nicht auflösen lässt. Feministische Theorie, auch in ihrer materialistischen Variante, und Gesellschaftskritik teilen zwar gewisse Momente (etwa die Verweigerung des Denkens als System oder Methode), aber fallen stets aufs Neue auseinander. Das Verhältnis von Kapital und Geschlecht wäre negativ zu verstehen. Einem materialistischen Feminismus sollte es demnach nicht um Vereinigung gehen, sondern darum die Spaltung zu begreifen. Karina Korecky, forscht am Institut für Soziologie der Universität Freiburg zu „Subjektivität und Psychiatrie im Wandel“. Publikationen und Vorträge zum Begriff der Natur in der Staatstheorie und verschiedenen Aspekten feministischer Kritik.

Veranstaltungsreihe Contre la nature

»Frau, erwache; die Sturmglocke der Vernunft verschafft sich auf der ganzen Welt Gehör; erkenne deine Rechte. Die mächtige Herrschaft der Natur ist nicht länger umringt von Vorurteilen, Fanatismus, Aberglauben und Lügen. Die Fackel der Wahrheit hat alle Wolken der Dummheit und der Anmaßung aufgelöst.«

appellierte Olympe de Gouges 1791 im Nachwort ihrer Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin. Ihre Hoffnung das sich durch die Aufklärung die Geschlechterhierarchie in eine Gesellschaft auflöst, welche bloß der Vernunft untersteht, erfüllte sich nicht.
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Polizeigesetz NRW Stoppen!

Am 8.12. wird es erneut Großdemos gegen die neuen Polizeigesetze in Hannover und Düsseldorf geben.

Aus Bielefeld gibt es eine Anreise nach Düsseldorf.

Treffpunkt: 10:15h Hintereingang Hbf Bielefeld.

Anlässlich der neuen Großdemos veröffentlichen wir hier unseren Redebeitrag von der Demo gegen das Polizeigesetz am 30.6.18 in Bielefeld mit über 1000 Teilnehmer*innen: Continue reading “Polizeigesetz NRW Stoppen!”